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"That's All" Alessandro d'Episcopo solo piano

" That`s all " Alessandro d`Episcopo 
Geschrieben von: Joachim Holzt-Edelhagen 
Dienstag, den 13. Juni 2017 um 13:41 Uhr -

 Ein Bandleader alleine unterwegs--so der in Luzern lebende Jazzpianist u. Bandleader . Mit besonderen Klassikern von Duke Ellington ( Sophisticated Lady oder Isham Jones ( There Is No Greater Love " u. Eden Ahbez ( Nature Boy ) auf dem Soloalbum u. im Andenken an Lennie Tristano " Lunita" -" Seconds - " Triads " u. " A Japanese Tree " Jazzklassiker u. moderne Improvisationen , die voller Virtusität sind .Elemente aus Worldmusik und Jazz -modern und mit feinem Klangerlebnis " That`s All " überzeugt in der ganzen musikalischen Breite durch Offenheit und Erfahrung.  

 

In Music, Sept- Oktober 2017, Ute Bahn.

Der italienische und in Luzern lebende Jazzpianist Alessandro d'Episcopo hat sich mit seinem Trio in den vergangenen Jahren in der Schweizer Jazzszene einen exzellenten Ruf erarbeitet. Mit "That's All" legt er nun allerdings sein erstes Soloalbum vor, auf dem er die ganze Bandbreite seines Könnens zeigen kann. Beispielsweise auf dem hochkarätigen Stück "Seconds" , das er dem italienisch-amerikanischen Jazzpianisten Lennie Tristano gewidmet hat oder der gelungenen Neuinterpretation von "Sophisticated Lady" , dem Klassiker von Duke Ellington.

Jazz 'n More, Juli - Aug. 2017, Dorothea Gängel

Bereits mit 13 Jahren entschied sich der Neapolitaner Alessandro d'Episcopo, sein Leben der Musik im Allgemeinen und dem Jazz im Speziellen zu widmen. Nach einem Studium der klassischen Musik zog er 1979 nach Mailand, das damalige Zentrum des italienischen Jazz. Seine musikalische Vielseitigkeit und Wissbegierde verdankt d'Episcopo heute zum grossen Teil Chick Corea und Keith Jarrett. Der heute in Luzern wohnhafte Jazzpianist und Trio-Bandleader präsentiert mit " That's All * sein erstes Soloalbum. Darauf befinden sich - neben vier Eigenkompositionen - Hommagen an grässtenteils Klassiker der Jazzmusik wie Alan Brandt ( " That's All " ), Isham Jones ( " There Is No Greater Love " ) oder Duke Ellington ( " Sophisticated Lady " ). Aber auch Lucio Battisti, ein berühmter Vertreter der Musica Leggera, erhält mit " Con Il Nastro Rosa " eine Würdigung. D'Episcopo versteht es gut, Jazzklassiker mit modernen Improvisationen zu verbinden. Dabei bedient er sich Elementen der Klassik, der Worldmusic und des Jazz, die er zu einem modernen, neuen und gleichzeitig sehr feinen Klangerlebnis vereint.

 

Piano News, Sept - Oktober 2017, Tom Fuchs

Man merkt diesem Album an, mit wie viel  Herzblut es realisiert wurde. Der 58-jährige italienische Pianist Alessandro d'Episcopo widmet sich voll und ganz seiner eigentlichen musikalischen Herkunft, und die ist unschwer zu erkennen: Gäbe es einen ergänzenden Untertitel für dieses  Solo-Album, so wäre sicherlich " Romantik des 21. Jahrhunderts" die erste Wahl. D'Episcopos Piano-Kunst bedarf des Einhörens in seinen melodischen Einfallsreichtum und seine harmonischen Finessen.
Auf " That's All " entwirft er übermütige Paraphrasen oder improvisiert über ein lyrisches Harmonieschema, bis er es bisweilen  in prägnanten Latin-Rhythmen zu fassen bekommt. Sein südländisches Temperament bestimmt d'Episcopo weniger zu analytischen Entwürfen, er zählt eher zum Garner-Lager als zu dem von Monk, gibt sich in seinen eigenen Kompositionen sinnlich  ausschweifend, spricht dabei jedoch eine klare und eigenwillige Sprache. Mit breit angelegten Ostinato-Bögen schafft d'Episcopo eine ganze eigentümliche Atmosphäre, in die zu versenken es sich wirklich lohnt. Der Italiener escheint wie ein kompletter Pianist, der jedoch nie mit seiner Virtuosität kokettiert. Eine, wie man inzwischen weiss, immer seltener anzutreffende Gabe.

Musikreviews, Juni 2017, Andres Schiffmann

Klavier-Soloalben sind generell keine leichte Kost, weder für Gelegenheitshörer (die schon gar nicht) noch solche Musikfreunde, die sich eingehender mit Kompositionen beschäftigen möchten. Am meisten wissen wohl selbst aktive Pianisten zu schätzen, wenn jemand wie der gebürtige Neapolitaner Alessandro d’Episcopo in einem intimen Rahmen in die Tasten greift. Der Italiener, der vor allem in den 1980ern zu den Jazz- und Fusion-Triebfedern seines Landes gehörte, stellte für "That's All" neben einigen Eigenkompositionen mehrere Bearbeitungen von anderen Komponisten zusammen, etwa Arthur Schwartz' romantisches 'You And The Night And The Music", Isham Jones' heiter sprunghaftes 'There Is No Greater Love' und den Ellington-Standard 'Sophisticated Lady', dessen frische Interpretation für d'Episcopo einnimmt. Mit dem Titelstück 'That's All' von Alan Brandt und der achtminütigen Ausführung von 'Nature Boy' (Eden Ahbez) beweist der Künstler sowohl langen Atem als auch einen Hang zu sehr Klassischem, das sich mit seiner Jazz-Vita zu vermischen scheint. Schließlich spiegelt es sich auch in seinen eigenen Arbeiten wider, dem kurzen wie dramatischen 'Seconds' oder dem ungleich zarteren 'A Japanese Tree'. 

Wenn man also ein Fazit aus "That's All" ziehen kann, dann dass beide Stile gar nicht weit voneinander entfernt sind, wenn sich jemand ihrer annimmt, der sie gleichermaßen beherrscht und liebt. Herzblut nämlich hört man in diesen zehn Stücken zu jeder Sekunde heraus. 

FAZIT: Klaviermusik, die lebt und atmet, komplex und dennoch nicht schwer verdaulich ist. ALESSANDRO D'EPISCOPO legt mit "That's All" nicht nur Zeugnis von seinem handwerklichen Können ab, sondern lässt Gefühle durch die Tasten sprechen, ohne einen schulmeisterlichen Eindruck zu hinterlassen. "That's All" ist eine Lehrstunde der anderen Art - nicht akademisch, sondern sehr menschlich. 

Radio Okerwelle - CD der Woche

Geboren wurde Alessandro d‘Episcopo in Neapel und schon mit 13 Jahren entschied er, sein Leben der Musik zu widmen. Obwohl seit seiner frühesten Jugend durch die Musik von Chick Corea und Keith Jarrett geprägt, studierte er zunächst klassische Musik am Konservatorium S. Pietro a Majella in Neapel. 1979 zog er dann nach Mailand, damals das Zentrum des italienischen Jazz, später in die Schweiz.. Dort hat sich Alessandro D‘Episcopo im Trio mit dem Bassisten Hämi Hämmerli und dem Schlagzeuger Elmar Frey einen Namen gemacht. Mit ihnen teilt er seit mehr als zehn Jahren regelmäßig die Bühne, hat außerdem mit Chet Baker, Tony Scott, Gianni Basso, Billy Cobham und Toots Thielemans gespielt. 

Der in Luzern lebende neapolitanische Jazzpianist und Trio-Bandleader hat nun mit "That‘s All“ sein erstes Soloalbum eingespielt. Neben vier Eigenkompositionen finden sich darauf auch Klassiker des Jazz - sowie eine Hommage auf Lucio Battisti, den Vertreter der Musica Leggera. Der Pianist legt mit diesem Soloalbum sein über die Jahre angereichertes musikalisches Inventar auf den Tisch: Dabei lässt er aber nicht nur sich selbst zu Wort kommen, er gibt auch seinen Idolen eine Stimme. Allen voran Alan Brandt, Autor des Stücks „That‘s All“, das dem Album den Namen gibt, auf dem Alessandro D‘Episcopo Jazzklassiker mit modernen Improvisationen verbindet. Außerdem hält sich der Pianist nicht zurück, wenn es darum geht, Elemente aus der Klassik, der World-Music und dem Jazz zu einem neuen, modernen und gleichzeitig milden, feinen Klangerlebnis zu vereinen. Mit „That‘s All“ zieht er, wie man vermuten könnte, keineswegs den Schlussstrich unter seine Arbeit. D‘Episcopos Offenheit, Virtuosität, Erfahrung und Neugier treiben ihn vielmehr stets zu neuen Zielen. 

Besonders auffällig auf „That’s All“: hier wird nicht Virtuosität um der Virtuosität willen vorgelegt, hier besinnt sich der Pianist grundsätzlich auf das Wesentliche, auf besinnliche Momente, die den Vorrang haben vor halsbrecherischen Improvisationen. Neben ganz ruhigen und wirklich „schönen“ Songs gibt es aber auch solche mit etwas mehr Feuer und Intensität wie “Triads“, das auch die klassische Ausbildung widerspiegelt. „That’s All“ kommt mit Musik daher, die zum entspannenden Hörvergnügen einlädt!

Anspieltipps:  „A Japanese Tree“ und „You And The Night And The Music“.

 

Musik an sich,  Sept. 2017, Wolfgang Giese

 Alessandro d’Episcopo stammt aus Neapel. Im Alter von dreizehn Jahren wandte er sich bereits dem Jazz zu, studierte jedoch klassische Musik am Konservatorium in Neapel. Später zog es ihn nach Mailand, seinerzeit das Jazz-Zentrum Italiens. Seine ersten Einflüsse waren Kollegen wie Chick Corea und Keith Jarrett. Ja, das kann man durchaus nachvollziehen, hört man Spuren der Beiden doch mitunter in einigen Passagen. 

Wie auch seine Vorbilder Solo-Platten mit großem Erfolg veröffentlicht haben, man denke doch einmal an das genreübergreifende “Köln Concert“ von Jarrett, versucht sich d’Episcopo auch daran. Und – es ist ihm gelungen, eine Platte einzuspielen, die Eigenständigkeit atmet. Grundsätzlich ist es sicher kein leichtes Unterfangen, eine Solo-Platte einzuspielen, sollte man doch versuchen, Abwechslung walten zu lassen. Das ist allein durch die Hinzunahme der Fremdkompositionen gelungen, und hier zeigt sich dann auch deutlich die Abgrenzung zu den eigenen Titeln. 

Der erste Song erinnert mich ganz stark an die Musik von Thelonious Monk. Auch dieser hat einige hervorragende und stilprägende Platten solo eingespielt. Doch es ist tatsächlich nur ein erster Eindruck, denn schnell ergibt sich d’Episcopo in die Welt des Arthur Schwartz, eines amerikanischen Komponisten von Unterhaltungsmusik, dessen Songs jedoch heute zum Great American Songbook zählen und oft im Jazz Berücksichtigung fanden. “You And The Night And The Music“war 1934 Teil des Musicals “Revenge With Music”. Und so zieht sich eine Spur weiterer Fremdkompositionen neben eigenen des Pianisten durch die Platte That’s All. 

Eines ist von Beginn an auffällig, hier wird nicht mit Pfunden gewuchert, hier wird nicht Virtuosität um der Virtuosität willen vorgelegt, hier besinnt sich der Pianist grundsätzlich auf das Wesentliche, auf besinnliche Momente, die den Vorrang haben vor halsbrecherischen Improvisationen. 

Neben ganz ruhigen und wirklich schönen Songs gibt es aber auch solche mit etwas mehr Feuer und Intensität wie “Triads“, das auch die klassische Ausbildung widerspiegelt. So wird ein ausgewogenes Bild im Wechsel der Temperamente geboten, dabei möchte ich ganz besonders das ganz zärtlich-romantische “A Japanese Tree“ hervorheben. 

Diese Musik lädt zum entspannenden Hörvergnügen ein!

Medienhaus Bauer, Kultur, 15.08.2017, (CG )

Alessandro d'Episcopo kommt auf " That's All " ganz ohne sein Trio oder sonstige Freunde aus. Ein Mann, ein Piano ist hier die Devise. Der Italiener hat für seine Soloplatte ein interessantes Programm mit eigenen Stücken und arrangierten Jazzklassikern zusammengestellt. Und zeigt darin, dass er die Jazzgeschichte drauf hat, improvisatorischen Erweiterungen gegenüber aber nicht abgeneigt ist.

La Rivista, Mai 2017

Per i pianisti, specie quelli che si esprimono nel genere jazzistico, la tentazione di pubblicare un album solista è spesso presentenella propria carriera. La decisione è però condizionata da tutta una serie di fattori, da quelli artistici (la scelta dei brani fra originali, standards e arrangiamenti) a quelli puramente commerciali. Sta di fatto che – bisogna pur dirlo – i dischi di piano solo, tranne alcune illustri eccezioni come Keith Jarrett, hanno poco mercato se non per alcune nicchie ben definite di pubblico. Ma l’elemento determinante per cimentarsi con successo nell’operazione solista è la maturità artistica, che solitamente si raggiunge alla pari di quella anagrafica, oppure dopo aver accumulato una significativa esperienza di musicista e compositore. Questa maturità tuttavia non arriva da sola, per decisione presa in base all’agenda degli appuntamenti o perché voluta da un produttore, bensì perché viene da dentro, dal cuore, dall’anima. In fondo, un disco solista mette l’artista completamente a nudo, e se i sentimenti o le intenzioni non sono sincere, l’ascolto ne risente. 

Alessandro D’Episcopo è fra coloro che hanno ricevuto la ‘chiamata’ per fare questo passo. Pianista partenopeo trapiantato da quasi tre decenni nella Svizzera tedesca, esordì alla fine degli anni ‘70 a Milano, suonando intensamente, anche con grandi artisti, fra cui Chet Baker, Tony Scott, Billy Cobham e Toots Thielmans, nonché nei maggiori festival del Bel paese – Umbria, Clusone, Padova, Livorno, Genova ecc. 

In Svizzera è conosciuto soprattutto per i suoi lavori in trio, con Elmar Frey (batteria) e Hämi Hämmerli (contrabbasso), e in quartetto con Christoph Graf (sassofono). Dopo tre album col trio, tutti pubblicati per l’etichetta svizzera Altrisuoni, 

Alessandro si presenta con un album in piano solo dal titolo evocativo: That’s All. Il titolo è quello di una composizione di Alan Brandt del 1952 reso famoso l’anno successivo da Nat King Cole, poi da Bobby Darin nel 1959. Insomma, uno standard importante che in realtà risponde a una serie di domande che D’Episcopo si è posto nella fase di preparazione: quali brani registrare, a chi dedicare l’opera (i preferiti di Alessandro sono Monk ed Ellington), oppure se omaggiare le sue origini napoletane. Per finire, la risposta è venuta da dentro: “suonerò i brani che amo suonare di più. Questo è tutto!” Le dieci tracce dell’album hanno significati ben precisi, descritti nelle note di copertina. Oltre ad alcuni standard, tra cui Sophisticated Lady di Ellington, Alessandro propone alcune composizioni originali, tra cui Lunita, dedicata alla figlia più piccola, Triads, dedicata al suo maestro di piano newyorkese John Bloomfield, e Seconds, un omaggio al suo primo amore musicale, il leggendario pianista Lennie Tristano. C’è anche un’arrangiamento tutto originale di un famoso brano di Lucio Battisti, Con il nastro rosa, che testimonia il legame di Alessandro con la madre patria. 

That’s All è un disco di solo piano dall’ascolto piacevole e che riesce a stabilire un contatto emotivo con l’ascoltatore, una caratteristica che D’Episcopo ci ha ormai abituato a conoscere e apprezzare. 

 

Solare

" Solare " Alessandro d'Episcopo trio

Weltwoche, " Raum und Zeit:  Die Kunst des Trios 

Peter Rüedi

Das Piano-Trio ist erfunden. Es ist eines der klassischen Formate d.es Jazz .Es steht für Normalität, für das tägliche Brot sozusagen. Wie sehr sich die Beteiligten auf der Suche nach Originalität verrenken mögen, sie landen früher oder später immer im Gravitationsfeld der Standards, womit nicht nur das Repertoire des " Great American Songbook "  gemeint ist, sondern die ganze Geschichte des modernen Jazzpianos (plus Rhythm:  von Bud Powell, Hampton Hawes, Phineas Newborn, Oscar Peterson, BilI Evans bis Keith Jarrett - you name them. 

Allerdings gilt auch: Sowenig < Zürich gebaut ist>, wie es einmal hiess, so wenig ist im klassischen Trio-Format alles gesagt. Seine Möglichkeiten sind nach oben offen. Zurzeit, scheint mir, gibt es nirgends in der Szene eine solche Fülle von exzellenten Trios, die aus der alten Formel neue Funken schlagen, wie in der Schweiz. Colin Vallon, Christoph Stiefel, Stefan Rusconi, Hans Feigenwinter, Marc Perrenoud,  Vera Kappeler sind nur ein paar von ihnen, die, in and out, die überkommene Piano- Bass-Schlagzeug-Konstellation weiter ausloten. 

Und der neapolitanische Wahlzürcher Alessandro d'Episcopo. 1959 geboren, spielt er seit vielen Jahren mit Elmar Frey an den Drums und Hämi Hämmerli am Bass. Er folgt der eher orthodoxen Tradition des Piano- Trios, was heisst: Er schlägt nicht auf Teufel komm raus das Rad, will nicht ums Verrecken anders sein als alle andern (und ist es vielleicht 

gerade deshalb). Seine jüngste CD, wie die Vorgänger auf dem kleinen Label Altrisuoni erschienen, heisst " Solare ". Sie enthält einen Mix aus italienischen Stücken (u.a. Fabrizio 

De Andrè " Amore che vieni, Amore che vai " ), drei interessante Eigenkompositionen, vier Standards, darunter die Gänsehaut-Ballade  " Again "  von Lionel Newman. Zugegeben: Die ist sehr dem Standards -Trio von Keith Jarrett  nachempfunden. Aber das muss einer (müssen drei) erst einmal hinkriegen. 

D'Episcopo hat eine grosse Bandbreite, eine knackige Technik und, zusammen mit seinen Partnern, ein tolles Gefühl fürRaum undZeit. Für das Wesentliche also. Schöne, bewohnbare Musik. 

 

Jazz Podium, Frithjof Strauß

Wenn einer in Neapel geboren ist, dann muss sein Musikerherz zwangsläufig melodientrunken sein. lm Falle des Pianisten Alessandro d'Episcopo stimmt dieses mediterrane Klischee, auch wenn er nun schon seit geraumer Zeit in der Schweiz lebt und spielt. Und das ist ein Glück!  

Er nimmt sich dieThemen der Stücke nicht nur als Absprungsvehikel der lmprovisation, sondern arbeitet stark mit dem melodischen Material weiter. Selbst nennt er Chick Corea und Keith Jarrett als Vorbilder; aber es ist eher ihre spielerische Entdeckungslust als ihre Klavierstilistik, die hier im Trio mit Hämi Hämmerli, b, und Elmar Frey, dr, wirksam wird. Auf dem Programm stehen Standards, italienische Lieder und Eigenkompositionen. ln den temporeichen,, Caravan" und,,AnthropoIogy" legt er Wert auf das Neuarrangement der Begleitstimmen. Sehr emotional gelingen die Balladen. Etwa das mollgefärbte neapolitanische Traditional ,,Fenesta che lucivi e mo nun luci", das motivisch ans schwedische Volkslied,, AckVärmeland"/,,Dear old Stockholm" erinnert. Oder in der impressionistisch durch Tonwiederholungen gebrochenen Melodie von ,,Children of Gomorra", einem Stück, das d'Episcopo dem Autor Roberto Saviano, des  Aufdeckers der Camorra  Verbrechen, gewidmet hat

Sensibilität des Sentiments auch in ,,Again", wo das resignativ-traurige Thema durch reflektives Spiel zur Zuversicht emporgehoben wird. Das Paradestück auf dem Album muss Cole Porters ,,lt's all right with me" sein, wo wie in den Aufnahmen des Bill Evans Trio kein Ton der Musiker Füllsel, sondern alles swingende Substanz ist.

Frithjof Strauß

AMR Gèneve

Solare – qui veut dire solaire en italien – est le titre de ce CD du trio du pianiste napolitain Alessandro d’Episcopo et qui correspond bien aux intentions de cette musique, notamment celle de travailler sur des lignes claires et chantantes. C’est pourquoi ils ont choisi de s’exprimer sur des thèmes au riche contenu mélodique et harmonique, soit cinq standards américains Ponciana, Again, Caravan, It’s all right with me, Anthropology (ce dernier titre n’est pas à l’origine un standard, puisque c’est un thème construit sur la grille harmonique de I Got Rhythm, mais ç’en est devenu un, du courant be bop), deux chansons italiennes (dont une traditionnelle napolitaine selon le texte de la pochette, mais qui est en réalité de Vincenzo Bellini), trois compositions signées d’Episcopo. Celui-ci, qui est Napolitain, est le compositeur du très beau thème Children of Gomorra – joué en piano solo – dédié à l’écrivain Roberto Saviano, auteur du livre Gomorra, une description de la tragédie que doivent vivre au quotidien les habitants de Naples, victimes de la corruption généralisée. 

Children of Gomorra est une des meilleures plages d’un CD d’excellent niveau. Des plages jouées en trio, on peut détacher le subtil arrangement de l’exposé d’Anthropology suivi d’un bref solo substantiel du bassiste Hammerli et d’un échange de 4-4 entre le pianiste et le batteur Frey; l’émouvante version de la ballade Again comprenant deux solos de piano entourant un solo de basse plein d’à propos de Hammerli; l’arrangement rythmique de Ponciana, qui en fait un morceau entraînant sans être rapide. Mais mettre en évidence quelques-unes des pièces, c’est peut-être ne pas rendre justice à une œuvre d’une grande unité dans la réussi 

AMR, Geneve